Ein Jahr Helena – alles Gute zum Geburtstag!

Letzten Sonntag (am 6. September) war es so weit: Helenas erster Geburtstag! Da gab es natürlich ein grosses Fest und schöne Geschenke, siehe Bildergalerie unten.

Das erste Jahr mit Helena war schön, anstrengend und in Vielem anders als erwartet. In ihren ersten Lebenstagen sah ich in ihr vor allem eine kleine Kopie ihrer grossen Schwester Giulia. Die beiden sehen ziemlich ähnlich aus und so fühlte ich mich zunächst wie auf Zeitreise. In den folgenden Wochen und Monaten kristallisierte sich Helenas Persönlichkeit heraus. Sie ist ein fröhliches, unerschrockenes und entdeckungsfreudiges Kind. Sie liebt Katzen und schafft es sogar, unsere beiden zu streicheln. Sie liebt Musik und kommt langsam auf den Büchergeschmack.

Obwohl sie nur die vorderen acht Schneidezähne hat, möchte sie am liebsten nur feste Nahrung, Brei ist schon langweilig geworden. Sie schläft nachts sehr gut durch und tagsüber ist sie zufrieden und hat selten Grund, sich zu beschweren. Wenn sie allerdings einen hat, reklamiert sie laut und deutlich.

Helena schaut sehr gerne und aufmerksam ihrer Schwester zu; sie findet alles toll, was die Grosse macht. Und so langsam fangen die beiden auch an, miteinander zu spielen. Giulia lernt zu teilen, das ergibt manchmal rührende Szenen wie die unten: Giulia hat ihr Glacé mit Helena geteilt.

Ich will Glacé!

Ich bekomme Glacé!

Und hier noch ein paar Bilder vom letzten Monat. Helena jagt gerne den Staubsauger (der hat aber auch ein cooles Licht vorne) und hat einen Freund zum Knuddeln gefunden.

Aufregend - der hat Licht und fährt immer davon.

Jetzt habe ich ihn!

aug15_kikaninchen

Neun Monate Helena

Letzten Monat hat Helena gelernt, länger zu sitzen und schneller zu krabbeln. Ausserdem kommen drei neue Zähne und bei der Kinderärztin waren wir auch wieder mal zur Kontrolle. Helena wiegt jetzt 8,6 Kilo und ist 68 cm lang. (Mir kommt sie länger vor, aber die Messung von Babys ist ja recht fehleranfälllig.)

Ausserdem wurden Helena und Giulia am 31. Mai getauft. Hätte ich allein entschieden, wäre es nicht dazu gekommen. Ich bin nach intensiver, jahrelanger Auseinandersetzung mit dem Thema zum Schluss gekommen, dass Gott nicht existiert und entsprechend kann ich mit Religion und Glauben nichts (mehr) anfangen.

Nun geht es aber nicht jedem so und Michel wünschte sich eine Taufe für seine Kinder. Nicht wegen gesellschaftlicher Zwänge oder weil er selber ein sehr gläubiger Mensch ist. Eine Taufe ist weder aus atheistischer noch aus religiöser Sicht etwas, das man einfach so macht, sondern in jedem Fall ein sehr bewusster Entscheid. Seine Beweggründe hat er in seinen Gedanken zur Taufe festgehalten und diese im Rahmen der Taufzeremonie vorgelesen:

«Die verschiedenen Religionen, und auch der Glaube, stehen heutzutage aus unterschiedlichen Gründen immer wieder in der Kritik. Viele haben sich abgewandt und verneinen das Gute, das Religion mit sich bringen kann.

Als Eltern möchten wir unseren Kindern alle Wege im Leben offen halten und sie darauf vorbereiten irgendwann selber entscheiden zu können, welchen dieser Wege sie nehmen wollen.

Die Religion und der Glaube sind einer dieser Wege. Wir glauben nicht, dass man sich als Erwachsener wirklich für oder gegen einen Weg entscheiden kann, wenn man nicht weiss was einem auf diesem Weg erwartet.

Mit der Taufe machen wir für unsere Kinder den ersten Schritt auf diesem Weg und ermöglichen ihnen so diesen Weg weiter zu gehen wenn sie es später wollen. Wir ermöglichen ihnen zu erleben, was es heisst zu einer Religionsgemeinschaft zu gehören und einen Glauben zu haben, um in Zukunft für sich selber entscheiden zu können wie weit sie diesen Weg weiter gehen und zu einem Teil ihres Lebens machen wollen. Darum haben wir uns zur Taufe entschieden.»

Leider hatten wir bei der Taufe zu viel anderes zu tun, um selber noch Bilder machen zu können. Glücklicherweise waren andere Leute auch mit Kameras bewaffnet, so gibt es hier doch noch etwas von der Taufe zu sehen:

Taufe am 31. Mai

Pfarrer Ozioma Nwachukwu, die Taufkinder und die Eltern. (Bild: Fredy Merz)

Als ich vorhin die Bilder vom letzten Monat durchsah, stellte ich fest, dass wir Helena praktisch nur dabei fotografiert haben wie sie auf etwas rumkaut.

mai_sandkasten

Bei der Spielpremiere im heimischen Sandkasten musste natürlich probiert werden. Ich bin froh, fand sie den Sand nicht sehr lecker. (14. Mai)

mai_brot

Auch mit (damals) nur zwei Zähnen kann man auf einem Stück Brot rumkauen. Und besser als Sand schmeckt es auch. Dafür kommt man nirgends hin, bis da mal ein Stückchen abgesabbert ist. (15. Mai)

juni_pancroc

Ziel erreicht, Daumen hoch: Pancroc schmeckt gut und man kommt auch ohne viel Zähne gut vorwärts damit. (6. Juni)